Video von Enis Vardar

Man könnte denken, eine Straße sei einfach nur eine Straße.
In diesem Fall aber ist die Straße ein Denkmal, das aufgegeben wird.

Gemeinsam mit dem Dreischeibenhaus und dem Schauspielhaus bildete es den modernen Teil der Düsseldorfer Innenstadt.
Es wurde entschieden, dass die Stadt sich entwickeln soll, ohne diesen unverwechselbaren Dreiklang der Nachkriegs-Architekturgeschichte aufzubewahren. Erinnern wir uns, was das Versprechen der Moderne war? Oder ist?
Die Städtebauminister Europas haben in der Leipzig Charta den Schutz der europäischen Stadt erklärt, den Wert von in langen Zeiträumen gewachsenen Strukturen, großer baulicher Unterschiedlichkeit und sozialer Ausgewogenheit.
Es wird eben nicht nur die einzigartige Hochstraße entfernt und der Hofgarten beschädigt, sondern auch der Denkmalschutz, das soziale Gefüge der Stadt, und
die Demokratie, und letztendlich der Frieden.

Unsere Kinder halten Welttelefone in den Händen, aus endlichen globalen Rohstoffen gefertigt und hier, wo NOCH Geld da ist, das sowohl hier wie anderswo gebraucht würde, um wirkliche Probleme zu lösen, wird
wirklicher Wert übersehen und gegen Scheinbares Großes eingetauscht.
Düsseldorf sucht sein neues Image. Das ist lächerlich.

Über der in bauschreinerischer Machart gefertigten Rampe stand 1984 in
grünem Neonlicht die Handschrift von Joseph Beuys:

von hier aus